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am 17. November

Dictance-learning nicht für Sonderschulen - warum?

Lucia Kreisel - Warum Schüler*innen sowie Pädagog*innen von Sonderschulen kein Recht auf distance-learning haben, empfindet das Team der ASO 4 aus Linz als ungerecht.

Die Verordnung, dass Schüler und Schülerinnen an Sonderschulen weiterhin im Präsenzunterricht bleiben müssen, währenddessen alle anderen Schüler*innen sowie Pädagog*innen zum Schutz ihrer Gesundheit, das Recht auf distance-learning haben, empfinden wir als Sonderpädagog*innen ungerecht (wir sind das Team der ASO 4 aus Linz).

Auf der einen Seite könnte ein Unterricht, wie ihn einige unsere Schüler*innen brauchen, aufgrund der Maßnahmen nicht geboten werden, wenn wir uns daranhalten würden. Sie brauchen Hilfe beim An- und Ausziehen, Handführung bei diversen Unterrichtstätigkeiten, zudem brauchen sie oftmals körperliche Zuwendung, um sie aus Krisensituationen herausführen zu können, dies passiert neben vielen pflegerischen Tätigkeiten.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist für viele Schüler und Schülerinnen nicht möglich, aber auch wir Pädagoginnen können ihn nicht immer tragen, da einige Schüler und Schülerinnen auf die Mimik der Lehrpersonen angewiesen sind, um kommunizieren zu können. Wie bereits im letzten Absatz beschrieben, ist ein Abstandhalten im nötigen Ausmaß so gut wie nie möglich, eine Durchmischung der Gruppen unumgänglich. Die meisten Schüler und Schülerinnen werden in unterschiedlicher Gruppenzusammensetzung mittels Schülertransport gebracht, in der Morgen- und Mittagsaufsicht sowie in der Nachmittagsbetreuung betreut und dies jeweils auch noch von unterschiedlichen Betreuungspersonen.
Dann gibt es noch Schüler*innen die der Oberstufe zuzuordnen sind (14-18jährige) und natürlich auch noch Volks- und MS Schüler*innen und allgemeine Sonderschüler*innen die aufgrund ihrer emotional-sozialen Situation eine Sonderschule besuchen.

Auf der anderen Seite sind wir Pädagog*innen aus den oben beschriebenen Gründen mit einer Selbstverständlichkeit permanent einem erhöhten Risiko einer Infektion ausgesetzt – auch wir haben zum Teil Angehörige einer Risikogruppe, Großeltern und Kinder.

Die Regelung für Sonderschulen zur Beibehaltung des Präsenzunterrichts und die Aussage von Sebastian Kurz, Sonderschulen wären der Gesundheitsversorgung zuzuordnen machen deutlich, dass in der Politik die Sonderschulen nicht als Bildungsinstitutionen betrachtet werden. Sonderpädagog*nnen und Sonderschüler*nnen sollten mit dem gleichen Maß an Wertschätzung und Vertrauen behandelt werden, wie alle anderen Pädagog*innen und Schüler*innen auch.

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