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am 5. Mai

Corona-Krise - große Herausforderung

Gottfried Hirz - Die Corona-Krise hat Schulen ebenso wie Kinderbetreuungseinrichtungen vor große Herausforderungen gestellt

Die Corona-Krise hat auch den Schulbetrieb vor große Herausforderungen gestellt. Schulen ebenso wie Kinderbetreuungseinrichtungen mussten auf Minimalbetrieb vor Ort reduziert und teilweise geschlossen werden, der Großteil der Kinder wurde im Home-schooling unterrichtet bzw. daheim betreut.

Als Bildungssprecher der Grünen OÖ ist es mir ein Anliegen auch im Namen des gesamten Vorstandes der Grünen PädagogInnen OÖ zuerst einmal Danke zu sagen. Danke allen Kindern und Jugendlichen, sowie deren Eltern, die diese Herausforderung bemerkenswert gut gemeistert haben. Besonderer Dank und volle Wertschätzung gelten auch allen Pädagoginnen und Pädagogen, die sich enorm flexibel auf die herausfordernde Situation eingestellt haben. Die es trotz schwieriger Rahmenbedingungen Kindern ermöglicht haben, dass Kindern auch von zu Hause ein bestmöglicher Unterricht zukommt. Alles in allem hat dieses unfreiwillige Experiment gut funktioniert – nichtsdestotrotz ist nach sieben Wochen die Belastung in vielen Familien massiv – und manche Kinder waren für PädagogInnen überhaupt nicht mehr zu erreichen.

Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen öffnen wieder!

Der Fokus muss jetzt darauf liegen die Schule und Kinderbetreuungseinrichtungen als soziale und pädagogische Orte wiederherzustellen und bei der Bewältigung dieser krisenhaften Ausnahmesituation zu helfen. Wir Grüne haben uns dafür eingesetzt und begrüßen, dass Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wieder schrittweise geöffnet werden. Schon bisher konnten Eltern ihre Kinder – auch tageweise – in Betreuung geben. Aber vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen leiden enorm unter dem eingeschränkten Schulbetrieb. Nicht nur das Lernergebnis der Kinder verschlechtert sich. Sie haben zudem auch teilweise gravierende sozialen Beeinträchtigungen zu tragen.

Fahrplan Schulen

  • Seit 4. Mai haben alle Abschlussklassen wieder mit dem Unterricht gestartet (MaturantInnenen bzw. SchülerInnen in Abschlussklassen berufsbildendender mittlerer Schulen; der Präsenzunterricht für BerufschülerInnen beginnt am 11. Mai).
    Ab 18.  Mai werden alle Schulen für die Sechs- bis 14-Jährigen wieder öffnen.
    In der dritten Phase ab 3. Juni sind jene SchülerInnen im Alter von über 15 Jahren an der Reihe (Berufsschulen, Sekundarstufe 2 und polytechnische Schulen).
    Jeweils am Freitag davor (15.5. bzw. 29.5.) finden an den Schulen Lehrerkonferenzen statt.
  • Stundenplan: Die Klassen werden in zwei Gruppen geteilt, der Unterricht findet im Schichtbetrieb statt, die Details werden von den Schulen selbst festgelegt. Die übrigen Tage werden "Hausübungstage". Turn- und Musikstunden entfallen leider, ebenso der Nachmittagsunterricht.  Betreuung am Nachmittag wird weiter angeboten, ebenso an jenen „Schichttagen“, an denen die Schüler keinen Unterricht haben.
  • Schularbeiten und Sitzenbleiben: Schularbeiten gibt es keine mehr. An den Volksschulen wird auf das Sitzenbleiben verzichtet. An allen anderen Schulen darf man mit einem Fünfer automatisch und mit mehreren Fünfern auf Beschluss der Klassenkonferenz aufsteigen.
  • Die Benotung erfolgt aufgrund des Notenstands vor der Schulschließung sowie den Leistungen im „Distance-Learning“ und in den letzten Wochen im Präsenzunterricht. SchülerInnen, die zwischen zwei Noten stehen oder die eine bessere Note wollen, können eine mündliche Prüfung machen.
  • Fernbleiben vom Unterricht: SchülerInnen, die sich aufgrund der Pandemie psychisch nicht in der Lage sehen, in die Schule zu gehen oder kranke Menschen im eigenen Haushalt schützen möchten, gelten nach Meldung an die Schulleitung als entschuldigt. Es gelten dabei die gleichen Regeln wie im Krankheitsfall.
  • Das Schuljahr bleibt unverändert und endet in Ostösterreich am 3. Juli, in West- und Südösterreich am 10. Juli.

Fahrplan Kindergarten

Auch die Beschränkungen in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen werden gelockert. Bislang war das Betreuungsangebot jenen vorbehalten, die beruflich unabkömmlich waren oder keine Möglichkeit für eine Betreuung zuhause hatten. Nunmehr können alle Eltern, bei denen es aus persönlichen Gründen nicht/nicht mehr möglich ist, die Kinder zu Hause zu betreuen, die Kinder zumindest zeitweise (Stunden- /Nachmittags- /Tageweise) in die Einrichtung bringen. Alle berufstätigen Eltern sowieso. Die aktuelle Verordnung ist bis 15.05. befristet, um die Situation dann wieder neu zu bewerten.

Mund- und Nasenschutz-Masken für PädagogInnen und Kinder

  • Kindergärten: Kinder unter 6 Jahren sind von der Maskenpflicht gänzlich ausgenommen. Eltern sollen ihr Kind am Eingang an das pädagogische Personal übergeben.
  • Schulen: Maskenpflicht gilt auf dem Weg in die Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie im Schulgebäude etwa auf Gängen oder während der Pausen, nicht aber innerhalb der Klasse.
    • Kinder und Jugendlichen sollen bereits mit der Maske an die Schule kommen, die Schulen werden aber mit einem Reservekontingent ausgestattet.
    • Eltern dürfen das Schulgebäude nur nach Terminvereinbarung betreten.
  • Die Schulen und Kindergärten werden eine ganze Reihe von Hygienemaßnahmen setzen. Vom Bildungsministerium wurden in einem eigenen Hygienehandbuch Empfehlungen zum Schutz vor einer COVID-19-Ansteckung formuliert.
  • Vom Land OÖ wurden bereits waschbare Mund- und Nasenschutz-Masken für PädagogInnen und SchülerInnen an Oberösterreichs Pflichtschulen angekauft.

Übergeordnetes Ziel ist es, eine Balance zwischen der psychischen Gesundheit der Kinder und Eltern, den pädagogischen Bedürfnissen sowie den notwendigen Maßnahmen zur dauerhaften Covid-19-Eindämmung zu finden. Mit so viel Freiheit wie möglich und so wenig Einschränkung wie nötig, damit es zu keiner zweiten Erkrankungswelle kommt.

Weitere Infos siehe auch Homepage der Bildungsdirektion OÖ

Eigene Hotline betreffend Gesundheitsfragen rund um Schule und Schulbesuch
https://www.lsr-ooe.gv.at/home-die-bildungsdirektion/

Ein paar Infos noch aus dem Landtag

Alle vom Nationalrat und von den Landtagen beschlossenen COVID-19- Gesetze sind Ausnahmeregelungen und haben ein klares Ablaufdatum, enden also automatisch. Natürlich auch im Schulbereich, wo eine maximale Geltungsdauer mit dem Ende des Schuljahres 2019/2020 festgesetzt wurde. Durch Verordnung kann die Geltung auch vorzeitig außer Kraft gesetzt werden. Wenn die Lage es zulässt, soll dies auch erfolgen.

Es freut mich, dass der OÖ Landtag beschlossen hat Assistenzkräfte in Kindergärten und Schulen zu unterstützen. Mit Beschluss der Covid Sonderbestimmungen können Kostenersätze unabhängig vom tatsächlichen Anfall, im Ausmaß der ursprünglichen Stundenzuteilung voll geleistet werden. So erhalten Gemeinden und Rechtsträger den vollen Kostenersatz, auch wenn im Moment weniger Assistenzkräfte im Einsatz sind. Das Personal ist somit abgesichert.

Wir Grüne OÖ haben aktuell beantragt, dass Schulen technische Geräte wie Tablets und Laptops zur Verfügung gestellt werden sollen, die sie im Bedarfsfall an SchülerInnen für den Unterricht zu Hause ausleihen können. Das ist auch eine wichtige Investition in die Zukunft.

Hier der Antrag „digitales Lernen“: https://bit.ly/2xwmfIG

Beste Grüße und Beste Gesundheit!

Gottfried Hirz

Klubobmann und Bildungssprecher der Grünen OÖ
Vorstandsmitglied Grüne PädagogInnen OÖ




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