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am 19. Dezember 2014

Wir brauchen RAUM für Bildung

Alexander Brix - Die bauliche und technische Qualität von Schulgebäuden beeinflusst die Lernatmosphäre außerordentlich. Dazu gehört eine gesundheits- und entwicklungsförderliche Ausstattung sowie eine freundliche, den Anforderungen von modernen Unterrichtsmethoden angemessene Raumaufteilung und Schularchitektur.

„…Ein guter Umgang miteinander und mit den Dingen ist Voraussetzung für einen guten Prozess. Dieser ist unabdingbar für das gute Produkt, den Schulraum. Und guter Schulraum fördert und unterstützt Leben, Lernen und Lehren in Schulen.“ 1

Der Einfluss des Schulgebäudes auf gelingendes Lernen ist unumstritten. Diese Erkenntnis ist noch nicht in unserem Denken und Handeln verankert.Eine moderne Schule braucht unterschiedlichste und flexibel nutzbare Räume für formelles und informelles Lernen und für Freizeitgestaltung.

Schulentwicklung heißt auch SchulRAUMentwicklung

“Das aktuelle Neu-, Zu- und Umbauen unserer Schulen verlangt von uns, den Schulraum, seine Entstehung und seinen Einfluss auf die NutzerInnen konkret zu reflektieren“2

Pädagoginnen und Pädagogen sollten bei der Planung eines Neu-, Zu- oder Umbaus vermehrt in den Diskussions- und Entstehungsprozess eingebunden werden. Diese Wertschätzung und Anerkennung der Kompetenz von Pädagoginnen und Pädagogen sehen wir als Selbstverständlichkeit und es ist eigentlich nicht nachvollziehbar, warum auf diese Kompetenz in den meisten Fällen verzichtet wird. Schließlich sind wir es, die Schulentwicklung, Qualitätsmanagement und neue pädagogische Konzepte, als immer wesentlicher werdenden Teil unserer Arbeit, umsetzen. Wenn wir pädagogische Konzepte für eine moderne Schule erarbeiten und diese auch umsetzen wollen, müssen die räumlichen Vorkehrungen dafür geschaffen werden. Warum bei der Planung und beim Schulbau auf die Expertise der Kolleginnen und Kollegen verzichten? Warum die künftigen Haupt-NutzerInnen nicht bestmöglich einbeziehen?

Eine echte Revolution wäre, beim Planungsprozess und der Umsetzung nicht Überreglementierung und Mindeststandards als Leitmotiv zu denken, sondern in den Raumerfordernisplänen ausreichend Platzangebot für die Verwirklichung moderner pädagogischer Konzepte vorzusehen.

Ganztagsschulen brauchen ein neues SchulRAUMkonzept

Im Ganztagsschulbetrieb, bei dem über den Tag verteilt Lern- und Freizeitphasen wechseln, sollen individuelle Förderung, Arbeiten in unterschiedlichen Gruppengrößen und offenes Lernen ermöglicht werden.Der steigende Bedarf an Ganztagesbetreuung erfordert unterschiedlichste Bereiche, in denen Bewegung, Verpflegung, Kommunikation und Begegnung, Lernen und Rückzug möglich ist. Schule neu zu denken, heißt auch in diesem Zusammenhang, SchulRAUM neu zu denken. Dies gilt selbstverständlich auch für Formen einer qualitätsvollen Nachmittagsbetreuung.

1,2 ​www.schulraumkultur.at

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